(Fionn)
"Sitzposition" sollte besser "Sitzpositionen an und Haltungen der Harfe" heißen - das erschien mir zu lang. Daß die Art und Weise, wie frau beim Spiel vor der Harfe sitzt und sie hält, von der Größe sowohl der Harfe als auch der Frau abhängt, leuchtet unmittelbar ein. Hier ein paar theoretische Gedanken dazu ( wenn auch aus der Praxis entsprungen ) - die Praxis kommt von Josef.
Schoßharfen:
Diese kleinen, etwa dreioktavigen Harfen setzt der Harfner nicht auf
dem Boden, sondern auf seinem rechten Oberschenkel in Richtung des
Rumpfes auf.
Der Übergang zwischen Bogen und Klangkörper ( dem "Knie" der Harfe )
ruht dann auf seiner rechten Schulter. Sitzt der Harfner jetzt auch
noch in angemessener Höhe und mit geradem Rücken, ist das die
theoretisch ideale Spielposition: Körper entspannt und aufrecht,
Harfe rechts neben der Körperachse, alle Saiten im Blickfeld. Ein
Beispiel zeigt das links ein von mir mit Schätzchen; rechts die
Spielhaltung für einen Linkshänder.
Standharfen:
Als Ideal ist anzustreben, daß das Knie dieser auf dem Boden
stehenden Harfen ebenso an die Schulter der Harfnerin gelehnt ist wie
das der Schoßharfe. Dazu
- setz Dich auf einen bequemen Stuhl, so daß Deine Schulter
etwas tiefer als das Knie der Harfe ist
- wenn die Harfe dafür zu klein ist, nimm eine niedrigere
Sitzgelegenheit oder stelle die Harfe auf einen Holzblock, Steinblock,
Zigarrenkiste oder was gerade verfügbar ist
- rücke die Harfe so an Dich heran, daß Schulter und
Harfenknie etwas mehr als eine Handspanne voneinander entfernt sind
- richte die Harfe so aus, daß sie senkrecht vor der Mitte Deines
Rumpfes steht
- drehe die Harfe jetzt so, daß ihre Achse auf Deine rechte
Schulter zeigt
- gib' erst Dir und dann der Harfe einen Schubs, so daß sie auf
Deine Schulter fällt.
Jetzt sollte die Harfe leicht an Deiner Schulter lehnen. Du hast jetzt
die Freiheit, Dich beim Spiel ein wenig vor- oder zurückzulehnen;
die Harfe folgt Dir, Du hast Kontakt zu ihr, und die Sicht- und
Greifmöglichkeiten sind optimal.
Vermeide tunlichst folgendes:
- Zu hohe Sitzposition. Du kommst an die tiefen Saiten nicht mehr ohne
Verrenkungen heran. Außerdem verändert sich der Winkel
zwischen Deinen Händen und den Seiten so, daß das Spiel
mühsam wird.
- Zu tiefe Sitzposition. Zwar sind die tiefen Saiten leicht zu spielen,
aber dafür hast Du die hohen Saiten nicht im Blick und mußt
entweder Eule oder blind spielen. Auch hier ist die Stellung zwischen
Hand und Saite nicht gut.
Aber das ist, wie gesagt. Theorie ...