Die "Kleinen Harfen", um die es in diesen Seiten geht, sind stets
"diatonisch"
gestimmt; sie haben also pro Oktave nur 7 Saiten. Das ist
so, als gäbe es auf der Klaviatur nur die weißen Tasten (
oder auf alten Cembali nur die schwarzen ). Es fehlen die fünf
Halbtöne, folglich kann die Harfe eigentlich nur in einer Tonart
gespielt werden. Diese Grundtonart ist je nach Gusto und Harfenbauer
Es-Dur oder C-Dur.
Um auch in anderen Tonarten mithalten zu können, muß die Harfnerin entweder einige Saiten umstimmen ( Beispiel; um von C-Dur nach G-Dur zu gelangen, müßte sie alle "F"-Saiten, also die blauen, um einen halben Ton höher stimmen ). Da das dem schnellen Wechsel der Tonarten nicht förderlich ist und zudem der Harfe nicht gut tut ( siehe Kapitel "Stimmen" ), gibt es die Klappen.
Eine Klappe ist zumeist ein Metallstift, der sich so in den Weg der Saite klappen ( sic! ) läßt, daß er den freien Schwingungsweg derselben so verkürzt, daß sie exakt einen halben Ton höher klingt. Die Mechanik der Klappen ist so unterschiedlich wie die Meinungen dazu: sie können die Saiten von unten hoch- oder von oben runterdrücken, können sie von der Seite auslenken oder als Doppelstift in die Zange nehmen. Wieder andere "Klappen" sind aus Kunststoff.
Für einen guten Klang müssen die Klappen exakt
positioniert und auf die Saitenspannung, -stärke und -entfernung
eingestellt sein. Wieder eine der Künste der Harfenbauerinnen. Und
der -bauer.
Ich habe auf der folgenden Seite ein paar der Klappensysteme abgebildet, die ich ohne weiteres verfügbar habe. Obacht: Die Bild-Dateien sind ein halbes MB groß!